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Äußerungen von DF-Mitarbeiterin »kaum zu fassen«

Eine fehlgeleitete Mail hatte kürzlich für Aufsehen im politischen Kopenhagen gesorgt: Helene MacCormac, Mitarbeiterin der Presseabteilung der Dansk Folkeparti, schlug in einem internen Schreiben anlässlich der angedachten Teilnahme der Partei am Straßenfest »Copenhagen Pride« vor, die angeblich »extremen Schwulen« öffentlichkeitswirksam zu »verdreschen«.
Bereits zuvor waren prominente Vertreter der Partei wie Søren Krarup oder Jesper Langballe durch schwulenfeindliche Äußerungen aufgefallen.
Für den parlamentarischen Geschäftsführer und menschenrechtspolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, ist das »kaum zu fassen«. Für ihn steht der Ruf Dänemarks als »Land der Liberalität und Akzeptanz« auf dem Spiel – »solche Äußerungen kennt man sonst nur aus rechtsextremen Kreisen Osteuropas«, so Beck zum Nordschleswiger.

MacCormac war nach dem Vorfall schriftlich von ihrem Arbeitgeber verwarnt worden und entschuldigte sich in einem Schreiben öffentlich – doch weder aus Regierungskreisen noch von Parteichefin Pia Kjærsgaard gab es bisher eine Reaktion. Lediglich DF-Fraktionssekretär Søren Espersen meldete sich zu Wort, indem er die Äußerungen seiner Mitarbeiterin als Reaktion auf angebliche Hetze von Schwulen gegen seine Partei entschuldigte.

»Hier werden Ressentiments gegen Minderheiten geschürt – ich erwarte mir klare Worte der Parteivorsitzenden, Pia Kjærsgaard, wie sie es mit anti-demokratischen Kräften in ihrer Partei hält. Wenn sie es ernst meint, gibt es nur eins: Rausschmiss«, so Volker Beck.

Dänemark habe lange als Vorreiterland gegolten, wenn es um Gleichstellung ging, diesen »Ruf eines toleranten Landes sollte die dänische Gesellschaft verteidigen«, fordert Beck, der »Schutz von Minderheiten geht uns alle gemeinsam an«. Der 49-jährige Volker Beck war jahrelang Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland und ist für seinen Einsatz für die Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. »Im Kampf gegen Minderheitenfeindlichkeit darf man nie nachlassen«, sagt Beck, der sich derzeit vor allem in Osteuropa engagiert, zum Nordschleswiger.
nordschleswiger.dk

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